Details über den Beruf der Migrationsfachfrau mit eidg. Fachausweis

Migrationsfachperson (MFP)

Berufsbild
Berufsbild Aufgaben von Migrationsfachpersonen MFP
Aufgabe einer MFP ist die Beratung, Begleitung, Betreuung und Förderung von Personen mit Migrationshintergrund, die einer Unterstützung bedürfen.
MFPs arbeiten als Spezialisten, Spezialistinnen innerhalb eines Teams oder als Mitarbeitende einer spezialisierten Betriebseinheit.
Arbeitsbereiche
Die MFP arbeitet in Institutionen im Bereich der Begleitung, Betreuung, Förderung und Integration von Personen mit Migrationshintergrund wie z.B. Beratungs-, Abklärungs- und Informationsstellen, in Asylunterkünften und anderen Einrichtungen der Betreuung, in der Sozial- und Arbeitsmarktberatung, in der Ausbildung, in Beschäftigungsprogrammen oder in der Animation etc.
Abschlussprofil: Richtziele der Berufsprüfung
Die MFP verfügt über die, für diese Tätigkeiten notwendigen Wissens- und Handlungskompetenzen hinsichtlich Interkulturalität und Migration, gesetzlichen und behördlichen Rahmenbedingungen, Abklärung, Beratung und Intervention, Kommunikation und Organisation.
Die MFP
• verfügt über das Fachwissen und die Fähigkeit, Asylsuchende, Flüchtlinge und andere Angehörige von Migrationsgruppen als Einzelpersonen, Familien oder Gruppen im Auftrag von Behörden auf der Basis entsprechender gesetzlicher Grundlagen selbständig zu beraten, zu unterstützen, zu fördern, und zu betreuen mit dem Ziel der Integration.
• kennt und versteht die für den Asyl- und Migrationsbereich relevanten gesetzlichen Grundlagen (inkl. Strafrecht, Datenschutz, Grundrechte etc.)
• kennt die für den Asyl- und Migrationsbereich sowie die lokalen Gegebenheiten zuständigen Behörden und Verwaltungsstrukturen und deren Kompetenzen. Sie weiss, wie Anliegen der richtigen Stelle zu unterbreiten sind.
• kennt die im Bereich einschlägigen Verfahren und kann Betroffene realistisch und verständlich beraten.
• kennt die Rechte und Pflichten der Asylsuchenden und Flüchtlinge und verfügt über die Fähigkeit, die Zielgruppen über die für sie wichtigen Rechtsverhältnisse verständlich und realistisch zu informieren.
• ist über die für die Zielgruppen wesentlichen arbeitsrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Fakten informiert und kann darüber in einfacher Sprache Auskunft erteilen.
• ist fähig und bereit, die eigenen Ressourcen der Zielgruppen zu erkennen, zu fördern und Gelegenheit zu deren Einsatz zu schaffen.
• ist in der Lage, dringlichen Bedarf nach medizinischer oder psychologischer Hilfestellung abzuschätzen und Massnahmen zu veranlassen.
• kennt die Grenzen ihrer Kompetenz und weiss, wann Dritte zu informieren sind und z.B. ein Arzt, Psychologe oder die Polizei zugezogen werden muss.
• ist mit den Grundsätzen des Case Managements vertraut; kann einen Einzelfall planen, begleiten und dokumentieren.
• kann gruppendynamische Prozesse erkennen, reflektieren und Einflussmöglichkeiten abschätzen.
• ist in der Lage, Individuen oder Kleingruppen, die von Ausgrenzung bedroht oder irgendwie beeinträchtigt sind, zu identifizieren und angemessen zu reagieren.
• ist mit Methoden der Konfliktdiagnose, -prävention und -bewältigung vertraut und kann sie anwenden. Sie kennt dabei ihre Grenzen.
• kann ihre eigene Rolle, ihr Handeln und ihre Einstellungen reflektieren.
• ist mit den Grundfragen interkultureller Kommunikation vertraut; sie ist in der Lage, eigene und fremde Codes zu erkennen und zu verstehen.
• kann gegenüber der Zielgruppe situationsgerecht reagieren und irritierende Reaktionen auf ihre berufliche Rolle beziehen.
• ist bereit und in der Lage, ihr berufliches Verhalten der Diskussion und Kritik auszusetzen und in konstruktiver Weise Kritik am beruflichen Verhalten von Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzten zu üben .
• ist in der Lage, Beobachtungen und Sachverhalte, die auf den Umgang mit den Zielgruppen zurückgehen, mündlich und schriftlich verständlich mitzuteilen und entsprechende Mitteilungen anderer zu verstehen.
• kennt Grundregeln der Kommunikationstheorie und kann Gespräche mit verschiedenen Partnern (Zielgruppen, Behörden Öffentlichkeit, Fachwelt etc.) führen und reflektieren; sie versteht es, themen- und adressatengerechte mündliche und schriftliche Informationen abzugeben.
• versteht die Organisationseinheit in der sie tätig ist, auch als betriebswirtschaftliche Struktur und ist mit den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen bezüglich Effizienz, Effektivität und Angemessenheit vertraut.
• kann das für ihren Aufgabenbereich relevante Budget entwerfen, Budgetvorgaben interpretieren, anwenden, kontrollieren und darüber Rechenschaft erteilen.
• kennt und versteht Methoden der Projektarbeit.
• ist in der Lage, in einem Team zu arbeiten und in Absprache mit dem Team wechselnde Funktionen zu übernehmen.
• kennt das für den Asyl- und Migrationsbereich relevante Netz an Hilfs- und Fördereinrichtungen, Vereine etc., weiss es zu nutzen und zu pflegen.
• ist in der Lage, ihren Beruf sachgerecht, verständlich und ansprechend gegenüber Dritten darzustellen.
• verwendet und versteht die Fachterminologie der Branche.
Mit der Prüfung werden im Einzelnen die folgenden Kompetenzen nachgewiesen:
• Das Fachwissen und die Fähigkeit, Asylsuchende, Flüchtlinge und andere Angehörige von Migrationsgruppen als Einzelpersonen, Familien oder Gruppen im Auftrag von Behörden auf der Basis entsprechender gesetzlicher Grundlagen selbständig zu beraten, zu unterstützen, zu fördern, und zu betreuen mit dem Ziel der Integration.
• mit einem Team eine betriebliche Einheit im Bereich der Betreuung und Integration zu organisieren, verwalten und zu betreiben.
• gegenüber den Auftrag gebenden Behörden und den Trägerschaften der Einrichtungen Rechenschaft abzulegen.
• die Öffentlichkeit zu informieren und in Absprache und Kooperation mit den zuständigen Behörden für Verständnis bezüglich Migration, Asyl- und Flüchtlingswesen in der Aufnahmebevölkerung besorgt zu sein.
• zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen (Bevölkerung, Arbeitgeber, lokale Verwaltung, Arbeitsmarktbehörden, Freiwilligengruppen, medizinisches und soziales Hilfesystem, Schule und Berufsbildung, Polizei und Justiz etc.) zu koordinieren und zu vermitteln.
• selbständig und/oder in Kooperation mit einem Team zu arbeiten.
• die seiner/ihrer Funktionsstufe entsprechende Führungs- und Ausführungsverantwortung wahrzunehmen.

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